Köterclub, Hunde vor dem Ruhm und wartend

Am 24.8.2012 fiel im Feuilleton der »Berliner Zeitung« der Startschuss für meine meine Bild-Text-Kolumne Köterclub. Bis Ende November 2021 erschienen ebenda 87 Folgen. Gut Ding will Weile haben: Als ich 1995 nach Berlin kam, hatte ich mit dieser Serie begonnen – ausschlaggebend war für mich damals das kleine Büchlein »Unsere Hunde« von Fritz Leinweber, das ich auf einem meiner Flohmarktbesuche aus einem Restekarton gezogen hatte. Erste Zeichnungen und Texte zum Thema Hund, Besitzer, Ähnlichkeiten, Eigenarten und Abwegigkeiten entstanden, die ich in einem Künstlerbuch zusammenfasste. 1999 beschäftigte ich mich dann erstmalig mit »Hunden vor ihrer ersten Preisverleihung«. Inspiriert hatten mich dazu Porträtstücke der amerikanischen Künstlerin Elisabeth Peyton, die dicht am Kitsch – und manchmal mittendrin – Aquarelle und kleine Werke in Öl von Menschen schuf, bevor diese zu öffentlichem Ansehen gelangten. Jahre später, 2012, zeichnete ich ca 150 neue Hundeporträts mit purer, entschlossener Linie, die keine andere Möglichkeit zulässt (Bleistift auf Papier, verschiedene Formate bis 122 x 84 cm) und benannte das Kapitel um in »Hunde vor dem Ruhm«. In loser Abfolge entstehen auch heute immer noch neue Porträts. Außerdem entstanden 2012 zahlreiche Ölgemälde, die gleichzeitig ein Versuch waren, der Malerei neu zu begegnen.

Schon Anfang der 90er Jahre, das war noch während meines Studiums der Freien Kunst/Malerei an der Universität Kassel, fielen mir wartende Hunde im Stadtraum auf, und ich fotografierte die ersten Motive. Damals ahnte ich noch nicht, dass damit der Grundstein für ein jahrelanges Projekt gelegt wurde.
Als ich 1995 nach Berlin zog, setzte ich die Serie fort. Und spätestens 1999 nahm die fotografische Dokumentation der Momente mit wartenden Hunden einen ganz festen Bestandteil in meiner künstlerischen Arbeit ein. Mit allem was dazu gehört inkl. Versüchtigung. So sind weit mehr als 1000 Fotos entstanden von denen die schönsten 100 Aufnahmen 2013 im Bildband »Wartende Hunde – ein Versuch über die Treue« im Fred & Otto Verlag veröffentlicht wurden.

Die komplette Serie »Wartende Hunde – ein Versuch über die Treue« ist Hachiko, dem japanischen Akita gewidmet, der zehn Jahre am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen gewartet hat.

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